Abgeschlossene Kurse

Vor 70 Jahren: 1938 als Wendepunkt in der Geschichte (WS 2008/2009)

Das letzte Jahr vor dem Zweiten Weltkrieg markierte eine Vielzahl von Wendepunkten in der deutschen und der europäischen Geschichte.
Einige Beispiele:
Hitler begann seine Politik der Vergrößerung Deutschlands mit dem "Anschluss Österreichs" und der sudetendeutschen Gebiete. Gegen die deutschen Juden wurde die Politik der Ausgrenzung aus der deutschen Gesellschaft verstärkt fortgesetzt; die Pogromnacht machte den terroristischen Charakter des NS-Regimes deutlich. Auf der Konferenz von Evian wurde mit 32 Staaten über eine Auswanderung der deutschen Juden verhandelt. Die deutschen Sinti und Roma sollten von nun an nach dem "Wesen ihrer Rasse" verfolgt werden. Am Ende des Jahres wurde durch Otto Hahn und Fritz Strassmann die Kernspaltung entdeckt. Die letzten großen "Säuberungsaktionen" gegen Gegner Stalins werden abgeschlossen. Die entscheidenden Schlachten in Spanien wurden geschlagen, die den Anhängern Francos den Weg zur Macht sicherten.
An zehn Abenden soll ein Jahr genauer betrachtet und deren Ereignisse und Wirkungen für die historische Entwicklung analysiert werden.

Beginndatum: 10.09.2008



Das Jahrhundert der Vertreibungen. Deportation, Zwangsaussiedlung und "ethnische Säuberung" im 20. Jahrhundert (WS 2007/2008)

Massenflucht, Vertreibungen und "Aussiedlungen" sind einige der vielen negativen Begleiterscheinungen des übersteigerten Nationalismus. In einem Vertiefungskurs zur Geschichte des 20. Jahrhundert sollen verschiedene Vertreibungs-, Deportations- und Umsiedlungsaktionen seit Beginn des Jahrhunderts betrachtet und auch der Umgang mit der Geschichte diskutiert werden. Dabei steht der europäische Aspekt im Vordergrund.

Themen u.a.
  • Begrifflichkeiten
  • Das Osmanische Reich und die Armenier
  • "Bevölkerungsaustausch" zwischen Griechenland und Türkei
  • Konflikte nach dem I. Weltkrieg
  • Umsiedlung durch zwischenstaatliche Verträge: Baltikum
  • "Judenpolitik" des Nationalsozialismus bis 1940
  • "Ethnische Flurbereinigung" des Nationalsozialismus nach 1939
  • Deportationen in der Sowjetunion: Deutsche, Tschetschenen, Krimtartaren
  • Flucht und Vertreibung der Deutschen nach 1945
  • Palästina/Israel
  • Jugoslawien nach 1989
  • Umgang mit der Geschichte

Der Kurs wendet sich an historisch und politisch Interessierte. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Beginn: 10.09, um 20.15 Uhr in Marburg und 12.09.2007, 19.30 Uhr in Fulda


Preußen in der deutschen Geschichte (SS 2007)

Vor 60 Jahren wurde durch das Gesetz des Alliierten Kontrollrates Nr. 46. vom 25. Februar 1947 Preußen endgültig aufgelöst. Dort heißt es u.a. "Der Staat Preußen, der seit jeher Träger des Militarismus und der Reaktion in Deutschland gewesen ist, hat in Wirklichkeit zu bestehen aufgehört."

Vor 200 Jahren erfuhr das Königreich gegen die Napoleonischen Truppen eine verheerende Niederlage, die das bürgerliche Zeitalter durch Reformen zumindest vorbereitete.

Vor 250 Jahren bestätigte König Friedrich II., den viele den Großen nennen, seinen und den Ruf Preußens in der Schlacht bei Leuthen als Militärmacht.

Nur drei Ereignisse aus der preußischen Geschichte, die jeweils positiv oder auch negativ wahrgenommene Bilder schufen oder auf sie Bezug nehmen.

In einem Kurs sollen Geschichte und Bilder von Brandenburg-Preußen, die vor allem seit dem 18. Jahrhundert in der Öffentlichkeit und in den Medien geprägt wurden, gegenübergestellt werden.
Kursnummer: AM10116K
Beginn/Dauer: Mi. 07.03.2007 - Mi. 06.06.2007
Uhrzeit: 19:30 - 21:00 Uhr
Termine: 12 Termine


Geschichte der Juden in Europa seit dem Ende des Mittelalters  (SS 2007)

Themen
  1. Aufbruch in die Neuzeit
  2. Hofjuden
  3. Die "bürgerliche Verbesserung der Juden": Emanzipation
  4. Jüdische Aufklärung und Chassidismus
  5. Assimilation und Antisemitismus
  6. Europäisches Judentum im Zeitalter der Nationalstaaten
  7. Zionismus
  8. Europäisches Judentum im Nationalsozialismus +Der jüdische Widerstand
  9. Juden in Europa nach 1945
  10. Israel und der neue Antisemitismus.

Kurszeiten: Mo, 20:15 - 21:45 Uhr, 05. Mrz. - 21. Mai 2007
Ort/Treffpunkt: vhs, R 103
Termine: 10 Termine
Gebühren: 42,00 Euro (erm: 31,00 Euro)
Teilnahmezahl: Min/Max: 10/20

Akkreditiert vom IQ-Wiesbaden im Rahmen der Lehrerweiterbildung


Geschichte der Juden in Europa
Teil 1: Von der Antike bis zur frühen Neuzeit (WS 2006/2007)

Schon im Jahre 46 n. Chr. sollen im gesamten Römischen Reich 7 Millionen Juden gelebt haben, von diesen wiederum einige in Europa. Ab dem 3. Jahrhundert sind Niederlassungen von Juden in Südfrankreich und später im Rheinland urkundlich belegt. Die Geschichte der Juden in Europa ist dabei seit der Erklärung des Christentums zur Staatsreligion in weiten Phasen einerseits eine der Isolierung, der Diskriminierung und der Vertreibung, andererseits auch der Selbstbehauptung. In einem zweisemestrigen Kurs soll die schwierige Geschichte dargestellt werden. Dabei wird in einigen Exkursen auch auf den Antijudaismus und den Antisemitismus eingegangen werden.

  • Juden im Römischen Reich
  • Juden unter christlicher und arabischer Herrschaft in Spanien
  • Juden im europäischen Mittelalter
  • Humanismus, Reformation und Judentum
  • Blüte und Niedergang des osteuropäischen Judentums.

Der Kurs wendet sich an Interessierte, die sich vor allem für die Sozial- und Kulturgeschichte der Juden in Europa interessieren, die ihr Wissen und ihr Verständnis auffrischen oder vertiefen wollen oder die einfach neugierig sind. Vorkenntnisse oder auch die Teilnahme an vorherigen Teilen werden nicht vorausgesetzt.

  • Kursnummer: O10102 Geschichte der Juden in Europa
  • Kurszeiten: Mo, 20:15 - 21:45 Uhr, 25. Sep. - 11. Dez. 2006
  • Ort/Treffpunkt: vhs Marburg, R 103
  • Termine: 10 Termine
  • Gebühren: 40,00 Euro (erm: 30,00 Euro)
  • Teilnahmezahl: Min/Max: 10/20
  • Sonstiges: Für Arbeitsmaterialien (Kopien) sind 2,00 € beim Kursleiter zu bezahlen
  • Akkreditiert vom IQ-Wiesbaden im Rahmen der Lehrerweiterbildung


Hessen und seine Geschichte (WS 2006/2007)



1946, also vor 60 Jahren, wurde in einer Volksabstimmung die Verfassung des 1945 gegründeten Landes Hessen angenommen. Damit begann ein neuer Abschnitt der hessischen Geschichte.

Hessische Geschichte beginnt in der Antike. Die Landgrafschaft wurde im 13. Jahrhundert in Marburg gegründet und umfasste nur einen Teil des heutigen Hessens. Sie zerfiel aber im Laufe der Jahrhunderte in mehr oder minder große Teilherrschaften oder Kleinstaaten, die sich auf seinem Boden vor und nach seiner Gründung hielten: Hessen-Darmstadt, Kurhessen, Nassau, Frankfurt, Fulda, Mainz oder Waldeck, um nur einige zu nennen.

Die komplexe hessische Geschichte nachzuarbeiten, die Entwicklung von Kulturen und Mentalitäten nachzuzeichnen, ist das Ziel des Vertiefungskurses zur Geschichte.

Themen:
  1. Vorgeschichte und Kelten
  2. Germanen (Chatten) und Römer
  3. Die Christianisierung
  4. Franken und Sachsen
  5. Die Gründung "Hessens"/Die Landgrafschaft und andere Regionen
  6. Philipp der Großmütige und die Reformation
  7. Der "Policey-Staat": Absolutismus in hesssischen Kleinstaaten
  8. Zwischen Restauration und Revolution
  9. Ganz Hessen wird preußisch?
  10. Das Scheitern der ersten Demokratie
  11. Nationalsozialismus in Hessen
  12. "Hessen vorn": Neubeginn nach 1945.

Kursort: Fulda, vhs-Haus Kanzlerpalais, Kursraum 106        Kursnummer: AL10114K
Beginn/Dauer: Mi. 06.09.2006 - Mi. 13.12.2006


Minderheiten in der Geschichte (WS 2005/2006 und SS 2006)

Die Idee, dass religiöse oder nationale Minderheiten als solche vor und von der Mehrheit einer Gesellschaft geschützt werden sollten, ist relativ jung. Seit dem 16. Jahrhundert, vor allem aber dann nach dem Ersten Weltkrieg gab es viele Konzepte und Überlegungen in der staatlichen und gesellschaftlichen Diskussion, die allerdings in der Praxis oft scheiterten. Positive Minderheitenpolitik wird heute in und von der Europäischen Union gefordert, aber unterschiedlich umgesetzt.

Anhand von historischen und aktuellen Beispielen soll das Thema dargestellt und diskutiert werden. Der Kurs wendet sich an historisch - politisch interessierte Bürgerinnen und Bürger, ist gleichzeitig ein Angebot im Rahmen der Fortbildungsmaßnahmen für Lehrkräfte.

Akkreditiert vom IQ-Hessen, 30 Punkte.

Themen:

1. Begriff der Minderheit
2. Juden als religiöse Minderheit im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit
3. Sinti und Roma als "ethnische" Minderheit in der frühen Neuzeit
4. Religiöse Minderheiten im konfessionellen Staat
5. Überlegungen zur Minderheitenfrage in der Aufklärung
6. Nationale Minderheiten im frühen Nationalstaat (z.B. Polen, Elsässer und Dänen im Deutschen Reich)
7. Rassismus und Antisemitismus im 19. und 20. Jahrhundert
8. Minderheiten in den multinationalen Staaten nach dem I. und II. Weltkrieg (Baltische Republiken, Jugoslawien, Tschechoslowakei, Polen, Sowjetunion / Russland etc.)
9. Minderheitenpolitik in der Europäischen Union und die anerkannten und nichtanerkannten nationalen Minderheiten in der Bundesrepublik
10. Migration und Minderheiten